Blech Verkleben

Blech Verkleben ist ein Vorgang zur Verbindung von Einzelnen Blechschichten zur Herstellung eines abschälbaren Passelementes. Verklebte Teile können sehr flexibel eingesetzt werden. Das heißt die einzelnen Schichten können nach und nach abgenommen werden, bis man die für den Toleranzausgleich nötige Dicke erreicht hat. Das Verkleben von Blechen kann auf zwei verschiedene Arten erfolgen: vollflächig und an den Kanten.

Flächige Verklebung

Zur Herstellung von Schichtstoff bzw. Schichtblech, werden die Bleche oder Kunststofffolien flächig miteinander verklebt. Bei diesem Verfahren können Folienpakete bestehend aus extrem dünnen Einzelschichten bis 0,025 mm gefertigt werden.

Schichtblechteile mit Bohrung

flächig verklebte Schichtblechteile

Vorteile dieser Verklebungsart sind zum einen die extrem dünnen Einzelfolien, sowie die kompakte Beschaffenheit der Folienpakete, welche durch den sehr starken und flächigen Klebeverbund der Einzelfolien erzielt wird.

Ein Nachteil der vollflächigen Verklebung ist die schwierige Ablösbarkeit der einzelnen Bleche. Der Vorgang des Ablösens nimmt viel Zeit in Anspruch, da das Abschälen mit sehr viel Fingerspitzengefühl und Genauigkeit erfolgen muss. Darüber hinaus ist beim Schälen von Schichtblech ein hoher Materialausschuss zu verzeichnen. Häufig werden zu viele Folien abgenommen. Die abgetragenen Folien können darüber hinaus nicht weiterverwendet werden. Zudem birgt der Einsatz von flächig verklebtem Schichtblech ein relativ hohes Verletzungsrisiko, da die scharfkantigen Einzelbleche mit Hilfe eines Messers abgelöst werden müssen.

Minimieren lassen sich diese Nachteile durch den Einsatz zerspanender Fertigungsmethoden bei der Bearbeitung von Schichtblechteilen. Im Gegensatz zum Stanzvorgang, bei dem die Einzelbleche zusammengepresst werden und daher schlechter ablösbar sind, werden die Teile mittels Bohren, Fräsen oder Drehen ohne Pressung geformt. Dies hat eine bessere Ablösbarkeit zur Folge.

Kantenverklebung

Die Kantenverklebung bzw. Kantenbindung ist eine Variante des Blechverbunds, bei der die einzelnen Folien wie bei einem Papierblock lediglich an den Kanten miteinander verklebt werden. Die Mindestdicke der Einzelschichten beträgt bei kantenverklebten Teilen 0,05 mm.

peel-plate kantenverklebt

Kantenverklebte Unterlegbleche

Vorteile kantenverklebter Unterlegbleche sind die im Vergleich zu Schichtblech sehr einfache Ablösbarkeit, welche Zeit spart und das Verletzungsrisiko sowie den Materialausschuss minimiert. Abgezogene Teile können für eine andere Anwendung weiterverwendet werden. Zudem ist durch die einfache Handhabung das Risiko gering, dass fälschlicherweise zu viele Folien auf einmal abgelöst werden.

Nachteil der Kantenverklebung gegenüber der flächigen Verklebung ist einerseits die dickere Minimalstärke der einzelnen Folien, sowie der weniger starke Verbund zwischen den Schichten, welcher bei einigen Anwendungen hinderlich sein kann.

Während Schichtblechteile aus bereits verklebten Schichtstoff-Tafeln gefertigt werden, erfolgt die Kantenverklebung erst nachdem die einzelnen Blechteile bereits geformt wurden. Das Stanzen wirkt sich hier also nicht negativ auf die Ablösbarkeit aus.

Blech Verkleben